KARGER FILM KULTUR UND VIDEO

 


MOTIVSUCHE MIT DEM “INNEREN OHR”
Der Komponist Frank Meyer über seine Musik zum Film “Die treibende Kraft”

Normalerweise neige ich nicht zu der Auffassung, daß Musik etwas 'bedeuten'
müsse. Eine Filmmusik kann allerdings nicht absolut sein. Sie ist gewissermaßen
ein Spiegel für Stimmungen aus dem Film und gewinnt daraus ein Programm wie
viele Kompositionen der romantischen Musik.

Die Musik zu Klaus Peter Kargers Film "Die treibende Kraft" ist im wesentlichen in
drei nur sehr bedingt "romantischen" Phasen entstanden.

Eine während vielfachen Betrachtens des Filmmaterials stattfindende "Motivsuche"
ergibt eine Sammlung von harmonischen Ideen, Akkordfolgen und melodischen
Fragmenten. Bildfolgen, Farben und gewöhnlich auch Inhalte motivieren
Klangvorstellungen  - ich könnte dabei den Begriff "inneres Ohr" verwenden, den
ich aber nicht weiter präzisieren kann.Speziell bei einem Film über eine Künstlerin
und ganz speziell einem Film über Angelika Nain denkt man dabei über Analogien
zwischen Bild und Musik nach: Töne ... Farben ... Farbtöne ... Klangfarben ... zwei
Farben, die kontrastieren, erdiges Braun, strahlendes Blau ... dorisches Moll,
lydisches Dur ...

Völlig losgelöst vom Filmvorbild geht es in einer zweiten Phase an die musikalische
Ausarbeitung  -  ein rein kompositorischer Vorgang, der darin besteht,
Beziehungen zwischen Motiven zu suchen, harmonische und melodische Abläufe zu
konkretisieren, rhythmische und metrische Entscheidungen zu treffen, eine
Instrumentierung zu finden. Für die ruhigen, stimmungsvollen Passagen in „Die
treibende Kraft“ habe ich mich für die einfachste Instrumentierung, Klavier solo, entschieden und konnte gleich eine erste Einspielung vorzunehmen.

Nach Absprache mit dem Regisseur (und dem ersten Verriss  -  im Falle von Klaus
Peter zum Glück eine maßlose Übertreibung) folgt eine sehr technische dritte
Phase: Anpassung an exakte Zeitraster, Tempo von Bildfolgen,
Lautstärkeverhältnisse im Film, ...Mit etwas Glück konnten größere musikalische
Korrekturen vermieden werden.

Am Ende sind aus all diesem die beiden Titel "Two Colors" (Filmanfang und –mitte)
und "One Year And One Day" (Filmende) hervorgegangen.

Über deren Bedeutung darf nun der Filmbesucher mit Auge und Ohr nachdenken.

 

Frank Meyer hat für uns die Filmmusik zu “Die treibende
Kraft...” und auch für den Film “Moosgeschichten” komponiert.
Meyer hat eine Ausbildung als Diplom-Mathematiker, und ist Autodidakt an Klavier, Arrangement und Komposition. Seit 1990 als freiberuflicher Musiker und Dozent für EDV tätig, inzwischen
Lehrer. Erster Bühnenauftritt 1976, danach in zahlreichen Jazz-, Blues- & Funk-Bands, wie Staff, Abakus, Bopmania, Jazzbones,  Meyer-Schroeder-Miotti-Trio, Frank Meyer Music Ensemble, Rolf Royce Girls ‘n Boyz.  Duos, u.a. mit Elmar Schäfer (sax), und Bernd Hufnagel (tp).
 

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    über Angelika Nain

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