KARGER FILM KULTUR UND VIDEO

 



DIE PROTAGONISTEN DES FILMS “MOOSGESCHICHTEN”
 

Dr. Markus Röhl ist Biologe und Assistent im Institut für Angewandte Forschung der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Er hat die Renaturierung des Naturschutzgebiets Schwenninger Moos zwischen 1998 und 2004 durch ein Monitoring wissenschaftlich begleitet. Im Film erklärt er die Entstehungsgeschichte und die besondere Pflanzenwelt des Moorgebiets.

Gertrud Gohdes war kaufmännische Angestellte beim Schwenninger Kuhn-Verlag und ist nach Feierabend immer mit ihrem Collie im Schwenninger Moos spazieren gelaufen. Vor über 30 Jahren hat sie sich dann eine Kamera gekauft und seitdem unzählige Moos-Bilder fotografiert. Mit diesen hat sie ihre ganze Wohnung geschmückt und beglückt Freunde und Bekannte mit selbstgebastelten Moos-Kalendern. “Das Moos war für mich immer auch ein Zufluchtsort”, sagt sie.

Roland Kalb, gebürtig aus Thüringen, setzte sich 1950 als 19-jähriger aus der DDR ab und landete in Schwenningen am Neckar. Durch das Schwenninger Moos wuchs sein Interesse für Moore, seine Urlaubsreisen führten in fortan in Moorgebiete in Norddeutschland, der Eifel und den Alpen. Hauptberuflich als Industriekaufmann tätig, entwickelte sich Kalb zu einem ehrenamtlichen Moorexperten, der früh die drohende Zerstörung des Schwenninger Moos erkannte, und mit seinen Diavorträgen und Spendensammlungen treibende Kraft und Wegbereiter wurde für die Renaturierung des Gebiets. Kalb ist außerdem Autor mehrerer Fachbücher zu naturkundlichen Themen.

Dagmar Lode lebt in Seitingen-Oberflacht, war bis 2004 Realschullehrerin für Englisch, Biologie und Kunst, und hat von ihrem Vater das Wissen über Vögel und deren Lebenswelt vermittelt bekommen. Seit den siebziger Jahren bietet sie vogelkundliche Führungen an und engagiert sich seit mehreren Jahren für den NABU auch im “Arbeitskreis Moos”, der die Renaturierung des Schwenninger Naturschutzgebiets koordiniert. Faszinierend an Dagmar Lode: man kann sich mit ihr unterhalten, und parallel zum Gespräch hört sie die Vogelstimmen und kann sie sofort zuordnen.

Claus Ding ist Schafhalter in Königsfeld und Regionalgeschäftsführer des BUND. Nach einer Lehre als Landschaftsgärtner hat er an der FH Nürtingen Landschaftspflege studiert und ist seit vielen Jahren im Naturschutz aktiv. Seine Moorschnucken gehören zu einer alten Landrasse, die in den siebziger Jahren vom Aussterben bedroht war. Im Gegensatz zu anderen Schafarten können seine weißen Heidschnucken die harten Gräser in einem Moorgebiet im Verdauungstrakt optimal aufschließen, und halten so die Flächen offen. Claus Ding beweidet auch noch weitere  Moore in der Region, die auf diese Weise vernetzt werden: “Die Tiere transportieren in ihrem Fell Samen, Insekten und andere Kleintiere, und so kommt es zu einem genetischen Austausch zwischen den Mooren.

Brigitte Feist, aufgewachsen in Schwenningen, gab Regisseur Klaus Peter Karger den Anstoß, “Moosgeschichten” zu machen. Bei einer Führung durch das Naturschutzgebiet am “Tag der Schöpfung” 2006 erzählte sie ihm, wie in ihrer Kindheit die Gefahren des sumpfig-nebligen Moorgebiets erzieherisch eingesetzt wurden: “Bei uns  hat’s immer geheißen, wenn man bös war, hat man einen aufs Moos geschickt. Die bösen Mädle sind dann nie mehr zurückgekommen.” Für Karger, der das Moos schon vorher kannte, der Anlaß nach weiteren solchen Geschichten zu forschen.

Edgar Harwardt, 1954 in Stuttgart geboren, besuchte nach der Ausbildung zum Buchhändler die Freie Kunstschule Stuttgart und ist seit 1974 mit Aktionen, Ausstellungen und Veröffentlichungen künstlerisch tätig. 1981 erhielt er ein Literaturstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. 2007 wurde er mit dem Förderpreis der “Stiftung Kulturpreis Baden-Württemberg” ausgezeichnet. In seinen Kunstaktionen beschäftigt er sich unter anderem mit dem Neckar, und stellt Verbindungen  her zwischen dessen Ursprung im Schwenninger Moos und der Mündung in den Rhein bei Mannheim.

Renate Krüger arbeitet im Schwenninger Heimatmuseum, wo sie die Besucher bei Sonderführungen wie dem “Z’Lietgang” in vergangene Jahrhunderte versetzt. Außerdem ist sie Schriftleiterin beim “Heimatblättle”, das für viele Exil-Schwenninger (und nicht nur sie) die Verbindung zur Heimat darstellt. Im Film “Moosgeschichten” erzählt sie, wie man fachgerecht den “Dilldapp” fängt, das Fabeltier aus dem Schwenninger Moos. Jeder Schwenninger weiß, wie es geht, aber noch keiner hat’s geschafft...

Werner Scherrieb half seinem Vater 1946/47 beim Torfstechen im Schwenninger Moos. Der Vater war Stanzer bei der Firma Emes, Betriebsrat und hatte sich, erzählt Scherrieb, mit Unterstützung seines Arbeitgebers über den Krieg retten können, außer ein paar Tagen Volkssturm. Es war eine Notzeit damals, und auf der Suche nach Brennmaterial für den kalten Winter besann man sich auf das Torfmoos, obwohl das Schwenninger Moos damals schon unter Naturschutz stand.

Irma Schmid war 1946/47 als Torfstecherin im Schwenninger Moos aktiv. Sie schildert dies als schwere Arbeit, insbesondere in den oberen und unteren Torfschichten, die voller Heidekrautwurzeln, bzw. “lettig” waren. Zur Renaturierung des Schwenninger Moos hat sie eine ambivalente Haltung: einerseits hat sie wie viele Schwenninger die Birkenwäldchen liebgewonnen, andererseits versteht sie, daß diese eigentich nicht in Hochmoor gehören und deshalb gefällt werden.

Siegfried Heinzmann hat sich in jahrelangen Recherchen ein profundes Wissen der Heimatgeschichte erworben, das er seit mehr als 30 Jahren in Vorträgen und als Buchautor weitergibt. In “Moosgeschichten” erzählt der gelernte Feinmechaniker über den Neckar, der keine echte Quelle hat, und über die Bedeutung der Saline für Schwenningen in der Zeit nach den Napoleonischen Kriegen. Das Torflager im Schwenninger Moos, in Jahrtausenden gewachsen, war für die Salinen ausgebeutet worden.

Helga Gieseler ist in Schwenningen geboren und aufgewachsen, und schildert: “Das Moos hatte für uns Kinder immer eine große Anziehungskraft. Meine Großeltern und meine Mutter erzählten uns mit geheimnisvoller Stimme schaurige Geschichten und warnten uns vor dem langsamen Ertrinken im Moor.” Trotzdem machte sie sich mit ihren Freundinnen immer wieder heimlich mit Todesverachtung auf den Weg - die Rohrkolben waren halt zu begehrt als Trophäe.

Heiko Bauer sorgt als medizintechnischer Assistent für den Service an den Computertomographen großer Kliniken. Als Ausgleich zum Beruf geht er mehrmals in der Woche joggen, unter anderem ins Schwenninger Moos, das er während seiner Ausbildung in der Schwenninger Feintechnikschule entdeckt hat. “Ich genieße diese abwechslungsreiche Landschaft”, sagt er, “das Laufen dort gibt mir ein Gefühl der Zufriedenheit”.

Ingetraut und Richard Heindel aus Trossingen sind Rentner und Tierfreunde, und hatten sich aufgrund eines Aufrufs in den Medien zu Beginn der Dreharbeiten gemeldet. Im Film erzählen sie, wie sie ein vernachlässigtes Blässhuhn-Küken, das ihre Tochter aus dem Starnberger See geholt hatte, aufgezogen haben, von 35 Gramm Fundgewicht bis 562 Gramm bei der Auswilderung im Schwenninger Moos. 

Cornelia Widmer ist Diplom-Choreographin, Pädagogin und Tanztherapeutin. Sie erhielt ihre Ausbildung unter anderem an der Palucca-Hochschule für Tanz in Dresden. Das Schwenninger Moos ist für sie ein Ort der Klarheit, Kraft und Inspiration zugleich. Aus der Beobachtung der Natur gewinnt sie Anregungen für ihre tänzerische Arbeit.

Wolfram Langbein war bei der Telekom in Rottweil tätig, hat sich viel mit der Geschichte der Saline Wilhelmshall befaßt, und gehört zu den ehrenamtlichen Betreuern des Salinenmuseums Unteres Bohrhaus in Rottweil. Die Saline Wilhelmshall in Rottweil produzierte bis in die 1960er Jahre Steinsalz, während die Soleförderung und Salzgewinnung in der Außenstelle Schwenningen bereits 1865 wieder eingestellt wurde.

Dr. Winfried Hecht war Stadtarchivar von Rottweil. Der Historiker, bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen zur Heimatgeschichte, engagiert sich unter anderem im Verein “Salinenmuseum Unteres Bohrhaus”, das die Geschichte der Saline Wilhelmshall in Rottweil und Schwenningen lebendig hält. 

Barbara Braunagel-Fadl ist Lehrerin an der Hauptschule am Deutenberg in Villingen-Schwenningen. Es ist eine Ganztagsschule, und einmal in der Woche bietet sie interessierten Schülern in Form eines Projekts die Möglichkeit, bei der Renaturierung des Schwenninger Moos mitzuarbeiten. Sie können sich in der Natur austoben, und lernen en passant etwas über die Biologie eines Moorgebiets.

Armin Schott leitet das Grünflächenamt der Stadt Villingen-Schwenningen. Der Diplom-Ökologe ist zuständig u.a. für die Wiederherstellung des Neckars in Villingen-Schwenningen, der in den 1960er Jahren als Abwassersammler unter die Erde verbannt worden war und jetzt mit Millionenaufwand wieder ans Tageslicht geholt wird. Beim Schwenninger Moos sieht er die Herausforderung, die Balance zu halten zwischen den vielfältigen Nutzungen durch Spaziergänger und Jogger und dem Schutz des Naturschutzgebiets.

Dr. Friedrich Kretzschmar ist in der Abteilung Naturschutz und Landschaftspflege beim Regierungspräsidium Freiburg tätig, und ordnet im Film “Moosgeschichten” das Naturschutzgebiet Schwenninger Moos ein hinsichtlich seiner Bedeutung im Vergleich mit anderen Hochmooren im Schwarzwald und auf der Baar. Zu den Besonderheiten zählt Kretzschmar unter anderem die Lage auf der Europäischen Wasserscheide.

Liederkranz Schwenningen e.V. wurde 1837 gegründet und ist der älteste Gesangverein im Stadtbezirk Schwenningen. Für den Film “Moosgeschichten” hat Chorleiter Daniel Sütö das “Schwenninger Heimatlied” neu arrangiert und mit seinen Sängerinnen und Sängern einstudiert. In dem Lied wird der Neckarursprung im Moos besungen.

-> Hier finden Sie die aktuellen Kinotermine

-
> Hier finden Sie Kritiken, Kommentare und einen Beitrag aus dem
     “Almanach 2009” über den Film “Moosgeschichten”

-> Hier finden Sie Informationen über den Beitrag privater Filmförderer
     bei der Herstellung des Films

-> Hier geht’s zur offiziellen Website über das Schwenninger Moos

-
> Hier können Sie eine DVD des Films bestellen

 

Karger Film Kultur und Video ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm AG DOK