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“’...und wenn es säuselt, dann nehm ich sie’. Mit entrücktem Blick drückt Adelkurt (Robert Weippert) den Hinterkopf der Magd Genoveva (Jeanine Kraft) an seinen Unterleib. Vor ihm springt eine rothaarige Frau von der ersten Sitzreihe auf: “Ja, dann nehm sie doch!”
Regisseurin Britta Dumke fehlt der Pepp in der frivolen Szene. Der Film, der im Theater am Turm läuft, zeigt die Proben zu “Genoveva oder die weiße Hirschkuh”. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Theaters am Turm beobachtete Klaus Peter Karger die Theaterleute mit der Kamera. Bei ungefähr jeder zweiten Probe war er dabei um Schauspielern und der Regisseurin Britta Dumke über die Schulter zu schauen. (...)
Der Zusammenschnitt der Probenzeit wird immer wieder durch Interviews mit den Beteiligten unterbrochen. Da erfährt man dann zum Beispiel, daß die Hauptdarstellerin Jeanine Kraft Probleme damit hat, ein dummes Bauernmädchen zu spielen, daß die Doppelbelastung Beruf und Schauspiel im Amateurtheater nicht immer leicht zu verkraften ist und wie sich die Regisseurin den idealen Schauspieler vorstellt. (...)
Auch das ist Karger nicht entgangen: Eine Komödie ist harte Arbeit und aus einem Menschen eine Rolle zu machen, ist ein Kampf. Für die Darsteller zunächst mit sich selbst, für die Regie mit deren Eigenheiten. “Irgendwann muß man loslassen”, sinniert Britta Dumke, “dann muß man akzeptieren, daß es der Schauspieler einfach nicht anders kann oder will.” Nur mühsam kann sie sich bei diesem Satz zu einem Lächeln durchringen. (...)
78 Minuten lang macht Kargers Film - der Titel ist übrigens eine Textzeile des Stückes - die Entwicklung nachvollziehbar, die “Genoveva oder die weiße Hirschkuh” bis dahin durchlaufen hat. Zu Beginn der Proben stand die Schauspieltruppe noch hilflos auf der Bühne herum, jeder Satz wurde holprig vom Blatt abgelesen. Doch bei der Premiere säuselte es.”
Andreas Block in Südkurier, 10. September 2001
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